„Plan A“ – Episode 2: HERAUSFORDERUNG | Die Doku über Basketball-Nationalspieler Andreas Obst | MDR

„Plan A“ – Episode 2: HERAUSFORDERUNG | Die Doku über Basketball-Nationalspieler Andreas Obst | MDR
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Basketball ist was ich will, wofür ich mich entschieden habe und
was mir Spaß macht, was mich glücklich macht. Also was uns allen wichtig ist, ist die
Familie. Es gab immer nur diesen Plan A. Plan B
war nie … Basketball ist das, wofür ich mich entschieden habe. Es macht mir Spaß und es macht mich glücklich. Ich finde es unheimlich schön, neue Leute und Städte kennenzulernen. Dass ich mal in Santiago lebe und spiele, hätte ich vor ein paar Jahren auch nicht gedacht. Zu reflektieren, wen ich schon alles kennengerlernt habe und wo ich gespielt habe, ist schon verrückt. Real Madrid ist eine Marke für sich. Das ist eine Herausforderung. Wir haben im Supercup schon gegen sie gespielt. Das ist eine geile Erfahrung und wir wollen zeigen, dass wir aus dem ersten Duell gelernt haben. Die schlimmste Erfahrung war, wie ich mich hier in Spanien das erste Mal nach der Sommerpause wieder auf die Waage gestellt habe. Das hat sich aber auch wieder gelegt. Andi hat letzte Saison ja bei uns in Erfurt gespielt. Der Physiotherapeut von dem Team kannte mich und kannte auch Andi. Er meinte: Ihr wärt ein schönes Paar, lernt euch doch mal kennen. Ich finde es schön, jemanden an seiner Seite zu haben, der den Sport liebt und lebt. Andi macht alles dafür, dass er ein guter Sportler ist. Er ist immer überpünktlich beim Training. Er nimmt sich richtig viel Zeit. Er richtet sein ganzes Leben nach dem Basketball. Pepe gibt den Ton an. Er ist schon fünf, sechs Jahre hier. Er weiß, wie der Verein funktioniert, wie die Fans so drauf sind. Am Anfang konnte ich es mir nicht vorstellen, eine Fernbeziehung zu führen. Aber wir kriegen das echt gut hin. Wir Facetimen jeden Tag und schreiben ganz viel. Ich freue mich sehr, wenn sie da ist. Es ist schon ein Aufwand für sie. Es ist schön, wenn jemand da ist, wenn du vom Training nach Hause kommst. Auch mal über andere Sachen reden als über Basketball. Das tut auch mal ganz gut und ist eine gute Ablenkung. Andis größte Stärke ist, dass er super gut zuhören kann. Er sieht die Dinge sachlich. Ich bin eher der emotionale Typ. Bei mir brodeln die Gefühle über und er bringt mich dann immer echt gut runter. Als ich Andi kennengelernt habe, wusste ich, dass er Basketball spielt. Aber mir war das gar nicht bewusst, was er für ein Talent ist. Dass wurde mir erst bewusst, als sein Opa mir seinen Keller gezeigt hat. Da dachte ich mir: Oh mein Gott, was hast du dir da für einen angelacht. Er ist ein leidenschaftlicher Trainer, der im Training auch mal rumtoben kann. Aber das gehört dazu. Er wird auch nie persönlich. Klar habe ich jetzt ein bisschen auf Gehalt verzichtet. Die Erfahrung steht im Vordergrund. Es macht sich bezahlt, wenn du in der spanischen Liga gut spielst und Erfahrungen sammelst. Ich bin noch jung, deswegen kann ich da noch einbüßen. Die Mitspieler sprechen gut Englisch. Aber die Leute in der Stadt tun sich mit Englisch so schwer wie ich aktuell noch mit Spanisch. Bei der Nationalmannschaft haben wir viel gequatscht über Obradoiro. Er hat mir nur gute Dinge erzählt, ich sollte hier jeden lieb grüßen. Jetzt heißt es, gegen Real Madrid zeigen, was wir können, kämpfen und schauen, was am Ende auf dem Scoreboard steht. Als ich zum ersten Mal die Halle betreten habe, habe ich Gänsehaut bekommen. Die Fans sind sehr stolz auf die Mannschaft. Sie identifizieren sich mit dem Verein. Wenn wir kämpfen, ist es für sie zweitrangig, ob wir gewinnen oder verlieren. Hauptsache, wir kommen auf das Feld und bluten und kämpfen. Wenn Andi spielt, bin ich immer super aufgeregt. Wenn er seine Körbe wirft und dann wird der Name durchgesagt, denke ich mir immer: Ach, wie schön! Die Fans gehören zu einem. So ist das hier. Das pusht einen sehr. Wenn die Fans kurz vor dem Spiel nochmal singen und sich einstimmen, merkst du, wie heiß sie auf sind. Das macht schon Spaß und gibt uns Energie. Es war klar, dass es kein einfaches Spiel wird. Real Madrid ist Meister in allem. Ob es ein Rudy Fernandez ist, Klemen Prepelic, Jaycee Carroll oder Fabien Causeur – das sind Wahnsinns-Namen in Europa. Fernandez hat sogar NBA-Erfahrung. Klar ist das eine Hammersache, gegen die zu spielen. Aber auf dem Spielfeld schaue ich nicht auf Namen, da steht auch nur ein Basketballspieler. Und der hat auch Schwächen, die ich versuche zu nutzen. Es ist normal, dass jeder gerne alles auf einmal will. Aber es ist ein Prozess. Du musst geduldig sein. Egal, ob es im Basketball oder im Leben ist. Wenn du alles auf dich zukommen lässt und etwas für dein Ziel tust, kommt alles in die richtigen Wege.

One thought on “„Plan A“ – Episode 2: HERAUSFORDERUNG | Die Doku über Basketball-Nationalspieler Andreas Obst | MDR

  1. Schön zu sehen das er anscheinend seine Beziehung und Sport managen kann. Es wird sicher für beide Seiten eine erhebliche Belastung sein…. ich wünsche ihnen viel Glück..❤

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