„Plan A“ – Episode 1: FAMILIE | Die Doku über Basketball-Nationalspieler Andreas Obst | MDR

Articles


Basketball ist was ich will, wofür ich mich entschieden habe und
was mir Spaß macht, was mich glücklich macht. Also was uns allen wichtig ist, ist die
Familie. Es gab immer nur diesen Plan A. Plan B
war nie … Spanien war schon immer das, was ich machen wollte. Dass es jetzt schon geklappt hat, ist natürlich toll. Aber es ist auch eine große Herausforderung. Andi ist ein sehr ruhiger Typ. Aber auch sehr ehrgeizig. Wenn er sich ein Ziel setzt, dann muss das durchgesetzt werden. Ich habe auch lange Basketball gespielt, aber ich war bei Weitem nicht so ehrgeizig wie Andi. Da hat er noch ein ganzes Stück draufgelegt. Wir wollten ihm eine Sportart nahelegen. Er hat mal Fußball probiert, mal Schwimmen probiert, am Ende ist es in der Grundschule Basketball geworden. Von dann an ging alles nur noch mit Ball. Wenn ich ihn später gefragt habe: Was willst du mal lernen? Dann hat er immer nur geantwortet: Ich werde Basketballer! Ich bin verzweifelt und habe ihm gesagt, dass er irgendeine Ausbildung braucht. Wir sind am Anfang immer zum Training mit hin. Wir haben ihn abgeholt und alles mitgemacht. Die Jungs haben vor allem an Frau Koch gehangen. Ich habe Andi kennengelernt, als er sieben Jahre alt war. Da wurde er zum USV zu der Mini-Mannschaft delegiert. Der Basketball war schon an der Hand angewachsen. Der Korb hatte so gelitten, da haben wir Schlauchschellen hier oben drum gemacht. An den Wochenenden war ich immer bei meinen Großeltern. Der Korb hang an der Wand und was macht man dann als kleiner Junge? Dann spielst du halt den ganzen Tag Basketball. Wir waren ja dann seine Fans. Ich hatte vorher mit Basketball überhaupt nichts zu tun. fußball jedoch noch einmal boxen und was
sonst so mehr da werden ja nicht aber Mit der Zeit sind wir dann aber Fan geworden. Wenn es möglich war, waren wir fast bei jedem Spiel. Wir sind mit ihm nach Göttingen gefahren, in Wien drei Mal gewesen. Was wir möglich machen konnten, haben wir möglich gemacht. Sie haben mir den Freiraum gelassen, mich nie zu irgendwas gezwungen und mich bei allem, was ich getan habe, unterstützt. Diese Unterstützung, dieser Rückhalt, den er aus der Familie und von seinen vielen Freunden aus Halle hatte, war total wichtig. Und dann fing sein Weg in Bamberg an. Mit 15 Jahren ist er von Zuhause weg. Von da an konnte er selten nach Hause. Weihnachten, Familienfeiern – da hatte er Spiele oder Training. Er musste auf viel verzichten. Wir haben das damals so gar nicht für voll genommen, was da auf uns zukommt. Andi hat gesagt, er will Basketball spielen. Er will Profi werden. Dann sind wir nach Bamberg gefahren. Er hat sich dort den Verein angeschaut und Erinnerungsfotos mit Spielern gemacht, die seine Idole waren. Für ihn war das der einzige mögliche Weg, eine Basketball-Karriere anzustreben. In Halle hätte er die Möglichkeit nicht gehabt. Die Meisterfeiern waren Ereignisse, die du so nicht so schnell noch einmal erlebst, dass du zwei Meisterschaften hintereinander feiern kannst. Das war gigantisch. Ich habe ihn lange drum gebeten, sich Gedanken zu machen, was er lernen könnte. Es gab aber immer nur diesen Plan A. Plan B gab es nie. Was will man dann machen? Bisher haben wir ja auch immer versucht, seine Spiele zu besuchen. Das ist jetzt in Spanien ein bisschen schwieriger, für mich auch schwieriger, weil ich nichts lesen kann. Ich muss mir jetzt einen Übersetzer suchen. Aber das
kriege ich auch noch hin. Ab und zu muss man ihn anschubsen, sonst kann es passieren, dass er sich auch mal nicht meldet. Wenn, dann schreiben wir WhatsApp oder telefonieren ab und an mal. Aber Skypen oder so was ist alles nicht sein Ding. es ist für ihn jetzt noch seine
entwicklung ist gut so wie es hier Für seine Entwicklung ist es gut, so wie es gekommen ist. Für uns ist es schlechter. Was uns allen wichtig ist, ist die Familie, die Zugehörigkeit. Das sieht man auch hier an dem Beispiel. Wir haben ein gutes Verhältnis. Die Herausforderung wird sein, das Niveau zu halten und mit den Top-Spielern mitzuhalten. Ich werde ein bisschen Lehrgeld zahlen müssen, aber das ist es auf jeden Fall wert. Spanien war immer sein großes Ziel. Aber er ist den Weg Schritt für Schritt gegangen, hat erstmal in der Bundesliga Fuß gefasst. Oft hat er auf Geld verzichtet, hatte aber Spielzeit, um sich zu beweisen. Das war bis jetzt immer der richtige Weg. Die schwierigsten Phasen waren für ihn immer, wenn er auf der Bank saß und nur in den letzten Minuten spielen durfte. Er wollte immer zeigen, was er kann. Er war schon oft frustriert, wenn er wirklich auf der Bank gesessen hat und nur zum Schluss kurz mal 1 oder 2 Minuten rein kam. Nach verlorenen Spielen lässt man ihn am besten in Ruhe. jeder trost zu viel
das machte dann mit sich aus und ist Da ist jedes Wort, jeder Trost zu viel. Das macht er dann mit sich aus und ist frustriert. Da spricht man ihn am besten nicht an. Die Zukunft gehört ihm. Aber er ist da noch ungeduldig. Ein bisschen enttäuscht waren wir schon. Weil wir alle gehofft hatten: Bamberg, Bayern oder Alba Berlin. Alba war der Favorit, aufgrund der Kilometer. Er hatte Angst, dass er bei einem anderen Bundesligaklub wieder nur auf der Bank sitzt und keine große Rolle spielt. Aber er will Verantwortung übernehmen und ich hoffe, dass er das jetzt in Spanien auch machen kann. Ich habe ihn immer gefragt: Und, wo gehst du hin? Das ist noch nicht fest, hat er immer gesagt. Dann blieb das immer ein großes Fragezeichen. Naja, am Ende kam es dann so, dass er nach Spanien gegangen ist. Ich denke, meinen Großeltern ist es sehr schwer gefallen. Es war nie einfach für sie, mich gehen zu sehen. Ob es jetzt nach Bamberg war oder auch nur nach Erfurt. Jetzt nach Spanien ist nochmal was anderes. Mach’s gut, mein Großer. Nicht weinen, alles wird gut. Ich bin ja noch da in der Welt. Danke für das Fahren Mutti. Schön Dreier werfen. Ja, mache ich. Ich schreibe euch, sobald ich da bin. Für diese Saison hoffe ich, dass er sich in Spanien durchsetzen kann, dass er dort die Rolle bekommt, die er sich wünscht, und dann schauen wir einfach mal. Ich habe mich dafür entschieden, Profi zu werden. Natürlich ist es nicht einfach, die immer hier stehen zu lassen. Aber es lohnt sich. Und wenn wir uns dann wiedersehen, ist die Freude umso größer. Wenn ich mir das vorhin bei der Mutti alles so angeguckt habe, und jetzt hier alles angucke, dann kann man schon sagen, dass sie alle verdammt stolz sind auf ihn, oder? Auf jeden Fall.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *